ECKART Effect Pigments

Wir beantworten Ihre Fragen

Warum kann sich bereits beim Öffnen einer Lieferung die Aluminiumpaste abgesetzt haben?

Das Absetzen der Aluminiumpaste bzw. die partielle Phasentrennung ist kein Qualitätsproblem, sondern es
kann 2 Gründe haben: Echtes Absetzen der Aluminiumteilchen oder die Kondensation des Lösemittels (oder eine Kombination aus beidem).

Die Absorption des Lösemittels vom Pigment ist direkt abhängig von der Oberfläche des Pigments. Sowohl Größe als auch Beschaffenheit spielen eine Rolle. So haben grobe Pigmente eine geringere Oberfläche als feine Pigmente und Silberdollars eine kleinere und auch gleichmäßigere Oberfläche als Cornflakes in der gleichen Feinheit. Das heißt, grobe Silberdollarpigmente weisen die höchste Absetzneigung auf.

Große Temperaturschwankungen während der Lagerung und / oder Transport – tagsüber sehr heiß, nachts kalt – führen dazu, dass das Lösemittel verdampft, am Deckel kondensiert und wieder auf die Paste zurücktropft; es bilden sich kleine "Seen" auf der Oberfläche.
Während des Transports kommt es zusätzlich, in Abhängigkeit vom Straßenzustand, zu mehr oder weniger starken Vibrationen, die zum Verdichten der Paste im Gebinde und zu einer Einebnung der Oberfläche führen kann.
Die Kombination von Kondensation und Vibration kann dazu führen, dass sich auf der Oberfläche eine Lösemittel-schicht bildet, welche ein Absetzen vortäuscht.

Durch die Verwendung von Plastikinlinern wird der Effekt noch verstärkt. Die Paste "schwitzt" mehr und das ver-dampfte Lösemittel kann nicht in die Paste zurück, sondern bleibt außerhalb des Inliners, so dass es tatsächlich zu einer Fest-Flüssig-Trennung kommt. Wird der komplette Trommelinhalt eingesetzt, sind keine Qualitätseinbußen zu befürchten. Sollte nicht der ganze Trommelinhalt auf einmal benötigt werden, empfiehlt sich eine kundenindividuelle Lösung. In diesem Fall wenden Sie sich bitte an unseren Technischen Service.

Ein mit Goldbronzepigmenten formulierter Lack geliert! - Wieso?

Goldbronzepigmente bestehen aus Kupfer bzw. Kupfer/Zink-Legierungen (Messing). Sind in den im Lack verwendeten Bindemittel oder Additiven Säuregruppen vorhanden, so können Kupferionen ausgewaschen werden, die zum beschriebenen Gelierungseffekt führen. Vermeiden lässt sich dies durch die Verwendung von Lackkomponenten mit sehr niedrigen Säurezahlen (Richtwert: Säurezahl < 10 mg KOH/g) eingesetzt werden.Deutlich stabiler gegen Gelierungseffekte sind gekapselte Goldbronzepigmente, die unter dem Namen Standart Goldbronzepulver Resist und Standart Goldbronzepulver DOROLAN unsere neue Produktgruppe vertrieben werden.

Goldbronzelackierungen verändern ihren Farbton! - Wieso?

Goldbronzepigmente sind sehr temperaturempfindlich. Bereits ab etwa 80°C ändert sich der Farbton. "Normale" Goldbronzepigmente lassen sich daher nur in lufttrocknenden Lacken verwenden, auch die Applikation sollte keinen höheren Temperaturen ausgesetzt werden (z. B. dekorative Effekte). Eine wesentliche Verbesserung der Farbtonbeständigkeit wird durch eingekapselte Goldbronzepigmente erreicht, die unter dem Namen Standart Goldbronzepulver Resist angeboten werden.

Gibt es Goldbronzepigmente für wässerige Systeme?

Goldbronzepigmente für wässerige Systeme sind unter der Produktbezeichnung RotoVario aqua erhältlich. Hierbei handelt es sich um Pigmentkonzentrate, die neben den Goldbronzepigmenten hauptsächlich Wasser neben kleinen Mengen an Antiabsetzmitteln und Additiven enthalten.

Bei der Verwendung von Aluminiumpigmenten in wässerigen Lacksystemen kommt es häufig zur Gasbildung! - Wie kann dies vermieden werden?

Es gibt drei mögliche Ursachen, die zur Gasentwicklung von wässerigen Metallic-Lacken führen. Diese drei Ursachen wären:

a)  Bei der Einarbeitung der Aluminiumpigmente in das Lacksystem wurden hohe Scherkräfte angewandt, die zu einer Beschädigung des Aluminiumpigments führen. Dadurch liegen freie Aluminiumoberflächen vor, die zu der beschriebenen Gasentwicklung führen. Ãœbliche Einarbeitungsbedingungen von Aluminiumpigmenten sind die Herstellung eines Pigment-Slurries, bestehend aus dem Aluminiumpigment sowie einem geeigneten Lösungsmittel und evtl. einem Dispergieradditiv. Diese Komponenten werden bei Schergeschwindigkeiten von 500 - 1000 U/min. ca. 20 Min. vorsichtig gerührt. Eine anschließende Lagerung bei Raumtemperatur kann ebenfalls hilfreich sein.

b)  Da Aluminium als amphoteres Metall sowohl im sauren als auch im basischen Bereich reagiert, sollte bei der Lackformulierung darauf geachtet werden, den pH-Wert nach Möglichkeit im Bereich 7 - 8 zu halten. Als Neutralisierungsmittel haben sich DMEA, TEA oder AMP von Angus Chemicals bewährt.

c)  Trotz aller geschilderten Maßnahmen ist es möglich, dass durch die verwendeten Lackkomponenten, die auf das Aluminium aufgebrachte Stabilisierung nicht ausreicht, um die Gasentwicklung zu berücksichtigen. Hier muss dann auf ein höher stabilisiertes Aluminiumpigment zurückgegriffen werden. Bewährt haben sich in solchen Fällen chromgekapselte Qualitäten (Stapa Hydrolux) aber auch die chromfreie Einkapselung in Form von Silikatbeschichtung mit anschließender Additivnachbehandlung (Stapa Hydrolan).

Wie kann eine schlechte Schwitzwasserbeständigkeit im Wasserlack nachgewiesen werden?

Bei der Einarbeitung von Aluminiumpigmenten in wässerige Lacksysteme werden aufgrund der schlechten Netzeigenschaft von Wasser sehr häufig Netzmittel mit verwendet. Diese führen in unterschiedlich starkem Ausmaß zu einer Verschlechterung der Schwitzwasserbeständigkeit. Der Austausch bestimmter Tenside gegen andere kann hier eine deutliche Verbesserung bewirken. Bei einigen stabilisierten Aluminiumpigmenten werden Additive eingesetzt, um die Gasentwicklung zu unterdrücken. Diese Additive führen ebenfalls zu einer Reduzierung der Schwitzwasserbeständigkeit. In solchen Fällen empfiehlt es sich, entweder eingekapselte Aluminiumpigmente (Stapa Hydrolux, Stapa Hydrolan) oder aber mit Additiven stabilisierte Aluminiumpigmente zu verwenden.

Können oxidierte Aluminiumpigmente (Stapa© Aloxal) auch in wässerigen Lacksystemen eingesetzt werden?

Bei Stapa© Aloxal handelt es sich um oxidierte Aluminiumpigmente. Diese Oxidschicht wirkt zwar in gewisser Weise inhibierend, die Pigmente sind aber nicht zusätzlich stabilisiert. In den meisten, wenig aggressiven Lacksystemen reicht die Oxidschicht aus, um eine ausreichende Gasungsstabilität zu erreichen, in wenigen, aggressiveren Systemen jedoch nicht. Eine Prüfung der Gasungsstabilität im individuellen Lacksystem ist unumgänglich.

Was sind ideale Lagerbedingungen für Metallpigmentpasten?

Idealerweise werden Aluminiumpigmente im verschlossenen Originalgebinde bei Raumtemperatur gelagert. Bei Aluminiumpasten kann es zur Verdunstung des Lösemittels kommen. Dies führt dann zu veränderter Effektausbildung bzw. zu einer Agglomeration der Flakes. Ideale Lagerbedingungen sind im Originalgebinde bei 25° Raumtemperatur. Sollten die Gebinde geöffnet werden, so sind diese nach der Entnahme sorgfältig wieder zu verschließen. Des weiteren hat es sich als günstig herausgestellt, die Produktionsansätze so zu gestalten, dass möglichst ein Gebinde auf einmal verbraucht wird. Bei Gebinden, die Restbestände an Aluminiumpaste enthalten, wird vermehrt Agglomeration bzw. Lösemittelverdunstung beobachtet.

Was sind übliche Lagerstabilitäten für Aluminiumpigmentpasten?

Produkt / Produktgruppe - Mindesthaltbarkeit

Stapa Aluminiumpaste leafing - 12 Monate
Stapa Aluminiumpaste non-leafing - 12 Monate
Stapa Metallic - Mobilux - Metallux - 12 Monate
 
Stapa Hydrolac - 12 Monate
Stapa Hydroxal  - 12 Monate
Stapa Hydrolux - 6 Monate
Stapa IL Hydrolan - 12 Monate
 
Stapa .. Reflexal (für Kunststoff) - 12 Monate
Stapa .. Reflexal (für Druckfarben) - 6 Monate
Stapa .. PCR - 6 Monate
Stapa .. Aluminiumpulver (angeteigt) - 6 Monate
 
Stapa Aloxal - 12 Monate

Bei der Verwendung von Leafing Aluminiumpigmenten erreiche ich nur ein schlechtes Leafing/Aufschwimmverhalten bzw. das Aufschwimmen der Aluminiumpigmente wird nach kurzer Zeit deutlich schlechter.

Bei der Verwendung von Leafing Aluminiumpigmenten sollte man grundsätzlich darauf achten, dass man unpolare Lösungsmittel und Bindemittel verwendet (z.B. Testbenzin, Solventnaphtha, Toluol, Xylol bzw. Kohlenwasserstoffharze). Alle verwendeten Bindemittel sollten eine möglichst niedrige Säurezahl haben (als Richtgröße: Säurezahl < 10 mg KOH/g) und keine funktionellen Gruppen besitzen. Feuchtigkeit in Gebinden bzw. in Lösungsmitteln sollten vermieden werden, darauf ist insbesondere in der Produktion zu achten.

Auf meiner Leafingpaste haben sich im Gebinde weiße bzw. gelbliche Flocken gebildet.

Bei nicht optimaler Lagerung oder durch Temperaturschwankungen während des Transports, kann es dazu kommen das sich Schmiermittel aus dem Herstellungsprozess an der Pastenoberfläche sammelt und sich anschließend bei niedrigerer Temperatur "kristallisiert". In einem solchen Fall sollte das komplette Gebinde verarbeitet werden.

Wie ist die empfohlene Pigmentierungshöhe bei Aluminiumpigmenten?

Pauschal kann man nur sagen ungefähr zwischen 5 und 15 % Aluminium fest bezogen auf die Gesamtformulierung. Die genaue Pigmentierungshöhe ist abhängig von der Teilchengrößenverteilung des Produkts, den Lackparametern und dem gewünschten Effekt. Je gröber das Produkt, desto höher muss pigmentiert werden, um bei gleicher Schichtstärke Deckung zu erzielen.

Kann man Aluminiumpigmente in Wasserlacke einarbeiten?

Ja, allerdings muss man in diesem Fall speziell für diesen Einsatz stabilisierte Produkte einsetzen wie zum Beispiel STAPA Hydrolux, STAPA Hydrolac oder STAPA Hydrolan, da sonst das Aluminium mit dem Wasser unter der Bildung von Wasserstoff nach der folgenden Reaktionsgleichung reagiert:

2 Al + 6 H2O ^ 2 Al(OH)3 + 3H2

Diese Reaktion führt zu Druckaufbau im Gebinde und zum Verlust/zur Verschlechterung der optischen Eigenschaften.

Warum lässt sich meine Aluminiumpaste/mein Aluminiumpulver so schlecht einarbeiten?

Es empfiehlt sich in beiden Fällen im ersten Schritt die Pigmente in einem geeigneten Lösemittel vor zu dispergieren. Bei Pasten empfehlen wir ein Gewichtsverhältnis von 1:1 (Paste:Lösemittel) und bei Pulvern von ca. 1:2 (Pulver:Lösemittel). Außerdem muss berücksichtigt werden, dass Aluminiumpasten / Aluminiumpulver eine begrenzte Haltbarkeit besitzen. Wenn das Haltbarkeitsdatum weit überschritten wurde, oder das Gebinde unsachgemäß gelagert wurde, kann es zu einer Agglomeratbildung kommen welche die schlechte Dispergierbarkeit verursacht.

Mein mit Aluminiumpigmenten pigmentierter Lack wirkt grau. Woran kann das liegen?

Es gibt zwei Möglichkeiten die zu diesem Erscheinungsbild führen können:

  • Die Auswahl der Pigmente könnte für den gestellten Anspruch nicht angebracht sein, dass heißt die gewählte Type hat einen zu hohen Feinanteil.
  • Der Feinanteil ist durch zu hohe Scherkräfte bei der Dispergierung entstanden (z.B. in der Perlmühle). Grundsätzlich sollte bei der Arbeit mit Aluminiumpigmenten auf hohe Scherkräfte verzichtet werden.